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YES / NO

Rund um die Atmung

Kontraindikationen: Wer sollte mit Breathwork vorsichtig sein?

42% aller Breathwork-Praktizierenden erleben in ihren ersten Sessions intensive körperliche Reaktionen – von Kribbeln bis hin zu emotionalen Durchbrüchen. Was viele nicht wissen: Für bestimmte Menschen wird diese kraftvolle Atemtechnik zur echten Herausforderung.

Als Breathwork-Praktiker begegne ich regelmäßig der Frage: „Ist das auch für mich geeignet?“ Die ehrliche Antwort: Nicht für jeden. Breathwork wirkt tiefgreifend auf Körper und Psyche – genau deshalb gibt es Situationen, in denen Du aufpassen musst.

Schwangerschaft: Wenn zwei Herzen betroffen sind

Während der Schwangerschaft verändert sich Dein Atemvolumen um bis zu 40%. Intensive Atemtechniken lassen den Sauerstoffgehalt im Blut stark schwanken – problematisch für Dich und Dein ungeborenes Kind.

Besonders kritisch sind Techniken, die bewusst mit Hyperventilation arbeiten. Diese führen zu Schwindel, Ohnmacht oder reduzieren im schlimmsten Fall die Sauerstoffversorgung Deines Babys.

Mein Rat: Sprich vor jeder Breathwork-Session mit Deiner Hebamme oder Gynäkologin. Sanfte Atemübungen gehen oft, intensive Techniken meidest Du besser.

Epilepsie: Wenn Atmung Anfälle auslöst

Menschen mit Epilepsie stehen vor einer besonderen Herausforderung: Hyperventilation provoziert epileptische Anfälle. Der Grund liegt in der veränderten Sauerstoff- und CO2-Balance im Gehirn, die bereits bei gesunden Menschen zu veränderten Bewusstseinszuständen führt.

Falls Du an Epilepsie leidest, heißt das nicht automatisch Verzicht auf Breathwork. Du solltest jedoch:

  • Niemals ohne ärztliche Absprache intensive Atemtechniken praktizieren
  • Immer eine vertraute Person in Deiner Nähe haben
  • Mit sehr sanften, langsamen Techniken beginnen
  • Sofort aufhören, wenn Du Aura-Symptome bemerkst

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Wenn das Herz mitspricht

Dein Herz reagiert unmittelbar auf Atemveränderungen. Intensive Breathwork-Sessions lassen den Blutdruck um 20-30% schwanken und verändern die Herzfrequenz deutlich.

Besonders vorsichtig bist Du bei diesen Bedingungen:

Bluthochdruck

Hyperventilation treibt Deinen ohnehin erhöhten Blutdruck zusätzlich in die Höhe. Das Risiko für Herzrhythmusstörungen steigt erheblich.

Herzrhythmusstörungen

Die Verbindung zwischen Atmung und Herzschlag ist direkter, als viele denken. Schnelle Atemtechniken verstärken bestehende Arrhythmien.

Koronare Herzkrankheit

Die starken physischen Reaktionen während intensiver Atemsessions überfordern Dein bereits belastetes Herz.

Wichtig: Ein kardiologisches Okay ist hier nicht nur empfehlenswert, sondern notwendig.

Augenerkrankungen: Der übersehene Risikofaktor

Dieser Aspekt überrascht viele: Breathwork erhöht den Augeninnendruck. Während der intensiven Atemphasen presst Du oft unbewusst, ähnlich wie beim Valsalva-Manöver.

Besonders kritisch wird es bei:

  • Glaukom (Grüner Star): Jede Druckerhöhung schädigt Deine Sehnerven weiter
  • Netzhautablösung: Die körperlichen Reaktionen destabilisieren eine instabile Netzhaut zusätzlich
  • Nach Augenoperationen: Frische Operationswunden brauchen Ruhe, nicht zusätzlichen Druck

Psychische Gesundheit: Wenn Emotionen überrollen

Breathwork öffnet oft emotionale Schleusen. Menschen mit akuten psychischen Krisen oder Traumata werden von der Intensität überwältigt. Ohne professionelle Begleitung schadet das mehr als es hilft.

Besondere Vorsicht ist geboten bei:

  • Akuten Depressionen oder Angststörungen
  • Posttraumatischen Belastungsstörungen
  • Psychotischen Episoden in der Vergangenheit
  • Borderline-Persönlichkeitsstörung

Dein sicherer Weg zum Breathwork

Diese Warnhinweise sollen Dich nicht abschrecken, sondern schützen. Die meisten Menschen praktizieren Breathwork sicher – aber eben nicht alle auf dieselbe Weise.

Deine Sicherheits-Checkliste:

  • Sprich mit Deinem Arzt über Deine Breathwork-Pläne
  • Beginne immer mit sanften Techniken
  • Übe nie allein, wenn Du zu einer Risikogruppe gehörst
  • Wähle erfahrene, ausgebildete Breathwork-Facilitatoren
  • Höre sofort auf, wenn sich etwas nicht richtig anfühlt

Breathwork ist ein kraftvolles Werkzeug für Dein Wohlbefinden – aber nur, wenn Du verantwortungsvoll damit umgehst. Welcher erste kleine Schritt passt zu Deiner aktuellen Situation?

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